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Brevo (Newsletter2Go): Zustellbarkeit verbessern

Der Name hat sich geändert, die Regeln der Postfächer nicht: Wer über Brevo versendet, braucht eine sauber verifizierte Absenderdomain, korrekte Authentifizierung und eine Testroutine — sonst landen selbst gute Newsletter im Spam-Ordner.

Newsletter2Go war lange einer der bekanntesten deutschen E-Mail-Marketing-Anbieter, bevor die Plattform von Brevo übernommen wurde. Für viele Bestandskunden bedeutete der Wechsel neue Oberflächen, neue Domain-Einstellungen — und bei manchen plötzlich schlechtere Zustellraten. Wenn du gerade merkst, dass deine Brevo-Kampagnen im Spam-Ordner von GMX, Web.de oder T-Online landen statt im Posteingang, liegt das fast nie an Brevo als Dienst selbst, sondern an drei klassischen Baustellen: Domain-Authentifizierung, fehlende Absenderdomain-Verifizierung und mangelnde Empfänger-Hygiene. Dieser Artikel geht sie der Reihe nach durch.

Newsletter2Go heißt jetzt Brevo — was ändert sich technisch?

Die Migration von Newsletter2Go zu Brevo war primär eine Marken- und Plattformzusammenführung. Für die Zustellbarkeit relevant wird es dort, wo Konten neu eingerichtet oder Domains neu verbunden wurden: Wenn beim Umzug die alte DNS-Authentifizierung nicht 1:1 übernommen wurde, senden Kampagnen plötzlich ohne gültiges DKIM oder über eine nicht verifizierte Domain — und genau das bewerten Spamfilter als Warnsignal, unabhängig davon, wie sauber deine Empfängerliste ist. Der erste Schritt nach jedem Plattformwechsel sollte deshalb immer sein, die Domain-Authentifizierung im Brevo-Dashboard zu kontrollieren, statt sich auf die Migration zu verlassen.

Die Pflicht-Basis: SPF, DKIM und DMARC korrekt einrichten

Ohne funktionierende Authentifizierung bewertet praktisch jeder größere Mailbox-Anbieter deine Nachricht strenger — bei Gmail und den großen Postfächern ist das für Massenversender inzwischen Grundvoraussetzung, nicht Kür. Für Brevo bedeutet das konkret: Du hinterlegst die von Brevo bereitgestellten SPF- und DKIM-Einträge bei deinem DNS-Provider und bestätigst die Verifizierung anschließend im Dashboard. Ergänzend gehört ein eigener DMARC-Eintrag auf deine Domain, mindestens mit der Richtlinie p=none zum Sammeln von Reports, besser mit einer schrittweisen Verschärfung über p=quarantine bis p=reject, sobald du sicher bist, dass alle legitimen Versandquellen erfasst sind.

SPFErlaubt Brevo als sendenden Server für deine DomainDKIMSigniert jede Kampagne kryptografisch mit deinem Domain-SchlüsselDMARCLegt fest, was mit unauthentifizierten Nachrichten passiert
Die drei Authentifizierungs-Bausteine, die bei Brevo-Versand zusammenspielen müssen

Wichtig: Ein SPF-Eintrag darf nur einmal pro Domain existieren. Wenn du neben Brevo noch über einen anderen Dienst versendest (etwa transaktionale Mails über deinen Shop), müssen beide Quellen in denselben Eintrag eingebunden werden, statt zwei parallele SPF-Records anzulegen — das führt sonst zu einem technisch ungültigen Eintrag, den Filter ignorieren oder sogar negativ werten.

Eigene Absenderdomain statt Brevo-Standarddomain

Wer beim Onboarding schnell loslegen wollte, versendet manchmal noch über eine generische Absenderadresse statt über die eigene, verifizierte Domain. Das Problem: Die Reputation einer geteilten oder generischen Absenderdomain hängt auch vom Verhalten anderer Absender auf derselben Infrastruktur ab — du hast darauf keinen Einfluss. Verifiziere deshalb deine eigene Domain in Brevo vollständig, versende ausschließlich darüber und baue die Reputation gezielt für deine Marke auf. Das gilt besonders, wenn du planst, Versandvolumen über die Zeit zu steigern: Eine neue oder frisch verifizierte Domain sollte langsam anlaufen statt sofort mit voller Listengröße zu starten.

Deutsche Postfächer: GMX, Web.de und T-Online brauchen besondere Aufmerksamkeit

GMX und Web.de gehören beide zu United Internet und teilen sich große Teile der Infrastruktur — die Reputation deiner Domain wird aber pro Marke trotzdem separat bewertet. Ein guter Stand bei GMX schützt dich nicht automatisch bei Web.de und umgekehrt. T-Online gilt zusätzlich als besonders strenger Filter mit niedriger Toleranz für Beschwerden und eher älterer, weniger klickfreudiger Empfängerschaft — hier zahlt sich eine sehr saubere Liste doppelt aus. Für B2B-Empfänger in DACH kommen dazu Gmail als Google-Workspace-Postfach und Outlook/Microsoft 365 als Standard in vielen Unternehmen, beide mit eigenen, aber grundsätzlich ähnlich strengen Anforderungen an Authentifizierung und Beschwerdequote. In technisch versierten oder besonders datenschutzbewussten Zielgruppen begegnest du zudem Posteo und mailbox.org — beide legen Wert auf DSGVO-Konformität und reagieren entsprechend sensibel auf schlecht begründete Massenmails.

Double-Opt-in und rechtliche Basis als Zustellbarkeits-Hebel

In Deutschland ist der werbliche E-Mail-Versand ohne vorherige Einwilligung nach § 7 UWG grundsätzlich unzulässig, ergänzt durch die DSGVO als Rahmen für die Verarbeitung von E-Mail-Adressen als personenbezogene Daten und das TTDSG für angrenzende Fragen wie Tracking. Double-Opt-in hat sich in der Praxis als Standard etabliert, um diese Einwilligung nachweisbar zu machen — und das ist nicht nur eine rechtliche Absicherung, sondern auch ein direkter Zustellbarkeits-Hebel: Wer sich aktiv bestätigt hat, öffnet häufiger, beschwert sich seltener und markiert seltener als Spam. Genau diese Signale fließen in die Reputationsbewertung jedes großen Postfachs ein. Ergänze außerdem in jeder Kampagne eine klare Absenderkennzeichnung und einen unmissverständlichen Abmeldeweg, idealerweise per One-Click-Unsubscribe im Header.

Praxis-Tipp: Testen vor jeder Domain- oder Template-Änderung
Immer wenn du in Brevo eine neue Absenderdomain verifizierst, ein DNS-Update vornimmst oder ein neues Template ausrollst, solltest du vor dem eigentlichen Versand einen Seed-Test fahren. Schicke die Kampagne an Testadressen bei GMX, Web.de, T-Online, Gmail und Outlook und prüfe, wo sie ankommt. Mit dem kostenlosen Inbox-Placement-Test siehst du in einem Durchlauf Ordnerplatzierung, SPF/DKIM/DMARC-Status und sogar Screenshots, wie die Mail im echten Postfach gerendert wird — ganz ohne Registrierung.

Monitoring: eine feste Testroutine statt Bauchgefühl

Zustellbarkeit ist kein einmaliger Haken, sondern ein laufender Zustand, der sich mit jedem Versand, jeder Listenänderung und jeder Beschwerde verschiebt. Baue dir eine feste Routine: Domain-Setup nach jeder Änderung prüfen, vor jeder größeren Kampagne einen Seed-Test fahren und die Bounce- und Beschwerdequote in Brevo regelmäßig beobachten. Ergänzend lohnt ein Blick auf die laufenden Auswertungen zur Authentifizierungs-Verbreitung, um einzuordnen, wo dein eigenes Setup im Vergleich zum Rest des Marktes steht.

Versendet100%Authentifiziert (SPF/DKIM/DMARC ok)82%Filter passiert68%Posteingang statt Spam55%
Wo Kampagnen typischerweise verloren gehen, wenn Authentifizierung oder Listenqualität fehlen

Die Zahlen sind illustrativ und sollen nur den Effekt zeigen: Jede fehlende Authentifizierungsebene und jede unsaubere Liste kostet dich Empfänger, bevor die Mail überhaupt gelesen werden kann. Wer diese Kette regelmäßig testet, erkennt Probleme, bevor sie sich in sinkenden Öffnungsraten zeigen.

Checkliste für Brevo-Nutzer

  • Eigene Domain in Brevo verifiziert, nicht die generische Standardadresse im Einsatz
  • SPF-Eintrag enthält alle Versandquellen in einem einzigen Record
  • DKIM aktiv und im DNS als verifiziert bestätigt
  • DMARC-Eintrag vorhanden, mindestens mit p=none zum Monitoring
  • Double-Opt-in für alle neuen Anmeldungen aktiv
  • Klare Absenderkennzeichnung und funktionierender Abmeldelink in jeder Kampagne
  • Seed-Test vor jeder größeren Kampagne oder Domain-Änderung

Warum landen meine Brevo-Newsletter trotz SPF und DKIM im Spam?

Authentifizierung ist eine Voraussetzung, aber keine Garantie. Häufige weitere Ursachen sind eine fehlende oder unvollständige DMARC-Richtlinie, eine nicht über die eigene Domain verifizierte Absenderadresse, eine hohe Beschwerdequote durch fehlendes Double-Opt-in oder Inhalte, die bei bestimmten Anbietern wie T-Online als werblich auffallen. Ein Seed-Test zeigt schnell, ob das Problem technisch (Auth) oder inhaltlich/reputationsbedingt ist.

Ist Newsletter2Go noch nutzbar, oder muss ich zu Brevo wechseln?

Newsletter2Go wurde von Brevo übernommen, die Marke lebt inzwischen unter Brevo weiter. Für die Zustellbarkeit ist entscheidend, dass dein Domain- und Authentifizierungs-Setup bei der Zusammenführung korrekt übernommen wurde — das solltest du im Brevo-Dashboard aktiv prüfen, statt dich auf die automatische Migration zu verlassen.

Wie oft sollte ich meine Zustellbarkeit bei Brevo testen?

Immer nach einer Domain- oder DNS-Änderung, nach einem größeren Template-Wechsel und stichprobenartig vor jeder umfangreichen Kampagne — insbesondere bei Versand an deutsche Postfächer wie GMX, Web.de und T-Online, die auf Reputationsänderungen empfindlich reagieren. Ein kostenloser Test dauert wenige Minuten und verhindert teure Überraschungen bei großen Versendungen.
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AB
Über den Autor
Artem Berezin
B2B Deliverability Specialist

B2B deliverability specialist with 5+ years of hands-on outreach experience. Built campaigns reaching 90,000+ inboxes across 20+ countries — and fixed the deliverability problems that came with that scale.

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